Historisches

Wie alles begann und wie es dann weiter ging.

Als Mitte der 50er – Jahre die Zwillingschule aus den Nähten zu platzen drohte, entschloss man sich, zur Entlastung eine neue Grundschule zu bauen. Am 29. 6. 1955 wird der Grundstein der 20. Grundschule Neukölln gelegt. Am 21.11.1955 ist das Richtfest. Einzug in das neue Schulgebäude ist am 4.9.1956. Einweihung ist am 25. September 1956.

Die Rektorin ist Frau Speer. Die Schule ist 2-zügig, 463 Schülerinnen und Schüler sitzen in 13 Klassen (35 pro Klasse). Namensgebung ist am 7. Juli 1960. Kinder, Lehrer_innen und die Eltern beschließen, weil die Schule im Planetenviertel liegt, sie Sonnen- Schule zu nennen. Der 13. August 1961 hat einschneidende Folgen. 28 Kinder sind von ihrer Schule abgeschnitten.  Die Schulleiterin Frau Speer wird durch den Mauerbau gehindert, ihr Amt weiterzuführen und Herr Rokahr vertritt sie bis April 1962.

Am 30.3.1962 wird die Turnhalle feierlich eingeweiht.

Am 25.4.1962 wird Herr Abendroth Schulleiter. 340 Kinder lernen in 12 Klassen. 1965 wird die Schulsekretärin Frau Thiede von Frau Ploch ersetzt. Dem Hausmeister, Herrn Weddermann, folgt Herr Raubitz und später Herr Mischke. Das Umfeld der Sonnen-Schule erweitert sich. Bisher idyllisch in einer Bruno-Taut-Siedlung liegend, werden 1970 Hochhäuser bis 19 Stockwerke unmittelbar um die Schule herum gebaut. Ein Erweiterungsbau wird gebraucht. 1972 findet die Einweihung des neuen Schultraktes statt. Es sind 5 Klassen mit kleinen Gruppenräumen, 2 Vorklassenräume, ein Musikraum und, damals etwas besonderes, ein TNU-Raum (Naturkunde und Technikunterricht). 1975 besuchten 677 Kinder die 20.G.
2500 weitere Wohnungen in der Köllnischen Heide werden gebaut. Der dazugehörige Grundschulbau (Hänselstraße) lässt auf sich warten. In der 20.G werden die Klassen bis 42 Kinder aufgefüllt, es wird geschichtet und ausgelagert. Im August 1977 ist die Ganztagsschule in der Neuköllnischen Heide  endlich fertig.

An der 20.G. finden politische Auseinandersetzungen statt, weil zwei Lehrer_innen von der Schule entfernt wurden. Das Kollegium und die Elternschaft halten zusammen.

1983 wird der Schulhof vergrößert und neu gestaltet.

Am 27.11.85 verlässt Herr Abendroth krankheitsbedingt  die Schule. Die Schülerzahl ist bei 418 (mit Vorklassen). Frau Bartelt übernimmt kommissarisch die Schulleitung, wird im Feb. 86 Konrektorin und am 15.12.1986 Schulleiterin der Sonnen-Grundschule. Der Schulsekretärin Frau Ploch folgt Frau Krieger. Die Schülerzahlen steigen an. Ein Schulanbau mit 8 Klassenräumen 1990 ist unausweichlich.

Das Kollegium ist sehr engagiert. Schulhof, Schulgarten und Schulgebäude werden in Projekten mit den Schüler_innen  verschönert. Das „gesunde Frühstück“ wird angestrebt und durch veränderte Pausenzeiten ermöglicht. Schulmilch wird eingeführt. Projektwochen finden regelmäßig statt. Sportangebote, Laufwettbewerbe, Fußball, auch Mädchenfußball, werden gut angenommen. Man kümmert sich um Integration, sowohl der Behinderten, als auch der Kinder nicht deutscher Herkunft. Wichtige Kontakte zum Asylbewerberheim in der Grenzallee (1995 aufgelöst) werden gepflegt. Mit großem Engagement, besonders seitens der Elternschaft, wird eine Ampelanlage vor der Schule durchgesetzt. Studientage finden zum Thema Integration von Lernbehinderten statt. Integrationsklassen werden eingerichtet. Neue Formen des Unterrichtens werden erprobt. Offener Unterricht, Lesen durch Schreiben, Montessorifortbildung und gemeinsames Arbeiten und Vorbereiten werden zum Fördern und Fordern der Kinder ausprobiert und weiter entwickelt, bis hin zu Seminarveranstaltungen an der Schule. Die Computer beginnen Einzug zu halten. Die verlässliche Halbtagsschule wird eingeführt. Schulstation, Hausarbeitszirkel und zwei Erzieherinnen in der „Sonneninsel“ werden den Kindern zur Seite gestellt. Frühenglisch beginnt in der 3. Klasse. Gewaltprävention durch Mediation wird begonnen. Man feiert Schulfeste und organisiert Kollegiumsfahrten. Klassenfahrten finden regelmäßig statt.

Am 6.April 2000 muss Frau Bartelt wegen schwerer Krankheit aus dem Berufsleben ausscheiden. Kommissarisch leiteteFrau Lauzemis, die Konrektorin,  die 20. Grundschule Neukölln. Renate Lauzemis hat die Sonnen-Grundschule bis 2012 geleitet. Unter ihrer Leitung  begannen die ersten Kolleg_innen mit einer ETEP-Ausbildung. Diese Ausbildung sensibilisiert  Lehrer_innen und Erzieher_innen, den Blick auf die Stärken der Kinder zu richten und dadurch das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein der Schüler_innen zu stärken. Nicht zu vergessen ist ihr Engagement bezüglich der Vernetzung im Kiez. Sie hat die Kiez-AG ins Leben gerufen und organisiert noch immer seit Jahren ehrenamtlich das traditionelle  Familienfest in der Hänselstraße.

Viele Projekte werden weitergeführt oder neu begonnen. Die Arbeit im Kiez, Gesundheitsförderung,  Trommeln , Kunstprojekte, Konfliktlotsen, Hörclub, Computerausbildung…

Nach dem Eintritt  Frau Kriegers in den Ruhestand, wurde Frau Schneider Schulsekretärin. Seit 2003 gibt es Schulsozialarbeit an der Sonnen-Grundschule, seit Oktober 2005 wurde die Schulstation „Sonne“ mit ihren zahlreichen Angeboten eröffnet, 2009 kam eine Stelle Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen hinzu (s. Angebote -> Schulstation). Insbesondere, wenn Kinder, Familien oder auch die Lehrkräfte und Erzieher_innen Unterstützung benötigen, sind die schulbezogenen Jugendsozialarbeiter_innen für sie da. Im Jahr 2005 wurde die Sonnen-Grundschule offene Ganztagsschule. Kinder, deren Familien einen Anspruch auf ergänzende Betreuung haben, können hier in der Zeit ab 6.00 Uhr vor dem Unterricht und bis 16.00 Uhr bzw. bis 18.00 Uhr nach dem Unterricht gemeinsam lernen, spielen und vielfältige Angebote nutzen. Die Vorklassen wurden an die Kindertagesstätten angegliedert. Die Räume, in denen bisher die Vorschulkinder unterrichtet wurden, wurden nun von der ergänzenden Betreuung genutzt. Ein Raum wurde zu Küche und Mensa umgebaut. Seit dem 11. August 2008 ist Frau Buxel-Müller offiziell Konrektorin der Sonnen-Grundschule. Viele Projekte werden weitergeführt oder neu begonnen, oft unterstützt durch das Quartiersmanagement „Weiße Siedlung“: Die Arbeit im Kiez, Gesundheitsförderung , Kunstprojekte, Konfliktlotsen, Hörclub, Theater, Schulgarten, Fußball für Mädchen und Jungen, Volleyball, Inline-Skating, Seilspringen, e-Twinning, …

Seit dem Sommer 2012 leitet Frau Pocko Moukoury die Sonnen-Grundschule.

Recherchiert: Johanna Bartelt und Katharina Buxel-Müller

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